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Schlachthof der kurzen Wege

Zu Recht wirbt der Metzger Schlachthof Fürth mit dem Slogan „Fleisch der kurzen Wege“. Über das erfolgreiche und nachahmenswerte Konzept informierten sich die Bezirksrätin Ingrid Malecha zusammen mit Stadt- und Kreisräten aus dem Bezirksverband Mittelfranken beim Geschäftsführer des Schlachthofs, Herrn Konrad Ammon.

Der Schlachthof in Fürth wurde bereits 1881 gegründet und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Als es in den 1980er-Jahren zu Problemen kam u.a. weil Südfleisch ihren Schlachtbetrieb eingestellt hat, drohte die Schließung des damals noch städtischen Schlachthofs. Die Fürther Metzger traten der Schließung entgegen, gründeten eine GmbH und übernahmen den Betrieb. Seit dieser Zeit wird er erfolgreich genossenschaftlich betrieben und schreibt seit 1994 schwarze Zahlen. Derzeit sind 105 Gesellschafter an dem Betrieb beteiligt und die Schlachthof-Betriebs-GmbH ist damit die größte GmbH in Fürth. Der Standort wurde 1991 nach Burgfarrnbach verlegt. Fleisch der kurzen Wege bedeutet für den Schlachthof-Betrieb, dass die Tiere nicht weiter als maximal 60 km transportiert werden. Die Tiere kommen somit alle aus der Region. Das Fleisch wird ebenfalls nicht weiter transportiert und an Metzgereien und Direktvermarkter in der Region ausgeliefert. Durch den Betriebsablauf ist es sichergestellt, dass der Metzger, das Fleisch der von ihm vorher angelieferten Tiere erhält und kann somit auch gegenüber seinen Kunden den Herkunftsnachweis liefern.

Der Schlachthof wird in den nächsten Jahren umgebaut um für noch mehr Tierwohl zu sorgen. Eine Erweiterung ist nicht vorgesehen. Herr Ammon legt viel Wert darauf, dass ein respektvoller Umgang mit dem Tier stattfindet. Im Metzger Schlachthof arbeiten nur ausgebildete Fachkräfte, also Metzger-Gesellen. Leider wählen immer weniger Jugendliche diesen Beruf, so dass es kaum Nachwuchs gibt. Deshalb geht Herr Ammon nicht davon aus, dass weitere Betriebe dieser Art in der Region entstehen könnten. Die ÖDP-Mandatsträger würden sich dies wünschen und sehen den Schlachthof in Burgfarrnbach als Modell-Betrieb. Aber es fehlt Personal und auch an der Akzeptanz. In Bayern gibt es noch relativ viele Schlachthöfe. In anderen Bundesländern – vor allem in Norden Deutschlands – sieht es da ganz anders aus, erklärte Herr Ammon. Hier müssen weite Wege in Kauf genommen werden und die Schlachthöfe sind entsprechend groß. Die Art und Weise wie in diesen riesigen Schlachthöfen mit den Tieren umgegangen wird, ist mit dem kleinen Schlachthof in Burgfarrnbach nicht zu vergleichen.

Die Teilnehmer*innen der Runde und Herr Ammon sehen den Verbraucher in der Pflicht. Zumindest in Bayern, aber auch in manch anderen Regionen besteht die Möglichkeit regional einzukaufen, d.h. Fleisch beim Metzger vor Ort beziehen und nicht die abgepackte Ware im Supermarkt nehmen. Die Verbraucher sollten bei allen Produkten auf die Regionalität achten, aber besonders beim Fleisch, da es hier um Lebewesen geht. Dessen muss man sich als „Fleischesser“ immer bewusst sein. Wenn man weniger Fleisch konsumiert, kann man für den „Sonntagsbraten“ auch etwas mehr Geld ausgeben. Aber auch die Politik ist gefordert. Die ÖDP fordert schon seit vielen Jahren Tiertransporte über 100 km zu verbieten. Würde dieses Verbot gelten, müsste man Lösungen finden und wieder kleine Strukturen ermöglichen. Die Politik hat in den letzten Jahren das Gegenteil getan und große Betriebe gefördert. Durch Corona ist es publik geworden, wie bei uns Tiere gehalten und geschlachtet werden. Man kann nur hoffen, dass sich das Bewusstsein der Konsumenten und auch die Vorgaben der Politik verändern.


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